Mein Start stand aber nicht unter einem guten Stern. Beim Start in Frankfurt hatten wir noch keine Ahnung welche Tortur uns erwarten würde. Auf Kreta ging mal wieder Wind, was bei einer Insel nicht sonderlich überraschend ist. Der Pilot setzte zum Landen an, musst dann aber wohl abbrechen und startete durch. Ein weiterer Landeversuch erfolgte nicht. Stattdessen wurden wir nach Thessaloniki umgeleitet. Doch unser Urlaub startete nicht dort, sondern wir wurden über 3 Stunden in der Maschine festgehalten ehe wir wieder nach Frankfurt flogen. Ich war am Ende des Tages wieder am Startpunkt angekommen, obwohl ich 10 Stunden in diesem Flugzeug verbracht habe. Zur Krönung wurde uns dann noch der Koffer verwehrt. Am nächsten Tag ging das Procedere dann von neuem los. Diesmal zum Glück mit einem positivem Ausgang und ich bin auf der Insel angekommen.
Discover Airlines verweigert eine Ausgleichszahlung, da sie sich auf schlechtes Wetter berufen. Wie erklären sie sich dann, dass alle anderen Maschinen landen konnten, insbesondere eine weitere Maschine aus Frankfurt nur 5 Minuten später? Auf diese Frage habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Das wird die Schlichtungsstelle entscheiden.
Der Flughafen von Kreta ist wirklich winzig und mit dem Ankommen im Terminal begann auch schon die Gepäckausgabe. Kurze Zeit später hatte ich meinen ziemlich demolierten neuen Koffer und wurde von den Helfern der Streunernasen abgeholt.
Auf dem Gelände von Michaela Maier gibt es aktuell ca. 70 Hunde. Neben ihrer Wohnung gibt es auch die Wohnungen zu vermieten. Eine davon habe ich als Helferin bezogen. Ein Einzelzimmer mit eigenem Bad, kleine Küche und Balkon mit Meerblick. Ich bin am Nachmittag angekommen und es ging direkt los zum Tierarzt. Danach sind wir zusammen einkaufen gegangen, weil man sich in der Unterkunft selbst verpflegen muss.
Bei Michaela gibt es keine festen Arbeitszeiten, sondern kann sich das mit Absprache aufteilen. Viele verbinden das mit einem Badeurlaub am nächstgelegenen Strand Kalamaki. Meine Tage starteten erstmal mit einer Tasse Tee bei Michaela. Um ca. 09:00 Uhr ging es dann zur Tat. Ich habe vier Gehege mit ca. 20 Hunden übernommen. Füttern, sauber machen und nach dem Rechten schauen. Bei einem Gehege mussten wir die umgeschmissenen Hundehütten mehrmals wieder aufstellen.


Einmal hat mein Wecker auch nachts um 02:30 Uhr geklingelt und ich habe geholfen einen Hund ausreisefertig zu machen.
Mit den Hunden habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht. Die Fellnasen sind alle super freundlich. Natürlich gibt es auch ein paar schüchterne Hunde, aber keine aggressiven Persönlichkeiten. Ich habe mich durchweg sicher gefühlt, auch wenn ich mich natürlich mit den Hunden zusammen im Gehege eingesperrt habe.
Eine Hündin ist sogar etwas aufgetaut. Bei meiner Anreise saß sie immer in einer Ecke und ist einem aus dem Weg gegangen. Nach einigen Stunden im Gehege ist sie nicht nur auf mich zugekommen, sondern hat auch Snacks direkt aus meiner Hand genommen. Das hat mein Herz richtig erwärmt.


Die weiße Smilla ist eine kleine Quietschkugel, die draußen auch gerne eine Fährte aufnimmt, aber sie kann auch ganz verschmust. Sie genießt das Kraulen sehr und schaut einen dabei auch noch so verliebt an. Ich hoffe sehr, dass ich die beiden eines Tages wiedersehen kann. Der Abschiedsschmerz war extrem groß. Auch Lilly werde ich vermissen. Sie ist eine freie Hündin auf dem Gelände mit Prinzessinnen-Attitüde. Sie kann Türen selbst aufmachen und besucht einen so, wenn man die Tür nicht abschließt. Aber auch auf den Gassi-Gängen begleitet sie einen zuverlässig.



Es sollte einem bewusst sein, dass es auf dem Hof nach Hund riecht und sich das auch auf die Kleidung überträgt. Zudem sollte einen Hundegebell nicht stören. Ich habe eigentlich einen leichten Schlaf, aber durch die vielen Aktivitäten an der frischen Luft habe ich nachts fast nichts davon mitbekommen.
An den letzten Tagen gab es nochmal zwei Highlights: Der Sahara-Sturm hat den Himmel Blutrot gefärbt! Und am Abreisetag konnten wir sogar noch ein kleines Lämmchen retten.

Meine letzte gute Tat habe ich auf meinen Rückflug getan, denn ich war das erste Mal Flugpatin! Zwei kleinen Welpen habe ich in ein besseres Leben verholfen. Der Tierschutz hat sich im Vorfeld um alles gekümmert, die Kosten für die Hunde übernommen und war bis zur Abgabe der Hundebox am Flughafen mit dabei. Das Einzige was ich dann in Frankfurt tun musste war die Hunde am Sperrgepäck abzuholen. Draußen warteten schon eine Pflegestelle und die Endstelle auf mich. Absolut unkompliziert, aber so wichtig!

Die Woche war für mich wirklich intensiv, aber ich bereue keine Sekunde davon. Ich habe den vollen Fokus auf die Hunde gelegt und so viel Liebe, Anstupser und Küsschen zurückbekommen. Ganz nebenbei ging auch die Bildschirmzeit rapide bergab. Ich bin fest entschlossen, dass das nicht mein letzter Aufenthalt bei Michaela war und es ist gut wissen, dass ich einen weiteren Zufluchtsort habe, falls meine Seele mal eine große Portion Trost benötigt.
Ich kann natürlich verstehen, dass man nicht über eine längere Zeit dauerhaft von Hunden umgeben sein möchte. Man kann sich auch eine Unterkunft außerhalb suchen und nur zum Helfen vorbeischauen. Ansonsten kann man auch Merch von den Streunernasen Kreta kaufen oder generell spenden. Die größte Hilfe ist es natürlich, wenn du einen Hund adoptierst. Und selbst wenn das alles nicht in Frage kommt, dann kann man immer noch Flugpate sein! Das gilt übrigens für (fast) alle Reiseziele.
- Flüge: 252,00 € (Direktflüge von Frankfurt am Main)
- (Transfer: 70,00 €)
- Wohnung: 150,00 €
- Verpflegung: Ca. 50,00 € (Kein Fleisch, Alkohol, Softdrinks oder Süßigkeiten)
***Keine Kooperation
Stand: 2026

























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